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Ladeinfrastruktur

Wirtschaftsfaktor Ladeinfrastruktur

Eine neue Studie der e-mobil BW untersucht, wie sich mit dem Hochlauf der Elektromobilität neue ökonomische Chancen für Unternehmen im Land ergeben. Für Baden-Württemberg zeigt sich, dass vom wachsenden Markt für Ladeinfrastruktur sowohl große als auch kleine Unternehmen profitieren können. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe "e-mobil BW connects" wurde die Studie heute erstmals einem Fachpublikum vorgestellt.

Ladestation für Elektro-PKW der EnBW.
Die e-mobil BW analysiert in ihrer neuen Studie die Ladeinfrastruktur-Branche und potenzielle Wertschöpfung für Baden-Württemberg. (c) EnBW / Fotograf: Endre Dulic

„Um die Mobilitätswende in Baden-Württemberg erfolgreich umzusetzen, fällt der Ladeinfrastruktur eine Schlüsselrolle zu. Insbesondere regional ansässigen Unternehmen muss der Zugang zum Wertschöpfungsprozess am Lademarkt erleichtert werden. So gelingt es, lokale Beschäftigungspotenziale zu fördern“, sagte Günther Leßnerkraus, Ministerialdirigent im Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg im Rahmen der digitalen Studienvorstellung. „Die Studie identifiziert jene Bereiche, bei denen der Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg ansetzen kann.“

 

Beste Voraussetzungen für Ladeinfrastruktur-Branche

Für den Standort Baden-Württemberg stellt die neue Studie der Landesagentur e-mobil BW „Wirtschaftsfaktor Ladeinfrastruktur – Potenziale für Wertschöpfung in Baden-Württemberg gute Bedingungen zum Ausbau des Wertschöpfungspotenzials Ladeinfrastruktur fest. So kennzeichnen den Standort etablierte Fahrzeughersteller und Zulieferketten sowie eine breit gefächerte Forschungslandschaft.

„Die Studie zeigt, dass Netzwerke das Wirtschaftssystem Ladeinfrastruktur immens stärken und so Ladeinfrastruktur in Baden-Württemberg ein echter Wirtschaftsfaktor werden kann“, erklärt Wolfgang Fischer von der e-mobil BW. „Darauf legt die e-mobil BW u.a. in der Koordination des Clusters Elektromobilität Süd-West oder des Netzwerks Ladeinfrastruktur großen Wert. Angesichts des in den kommenden Jahren bevorstehenden massiven Ausbaus der Ladeinfrastruktur in Baden-Württemberg ist es für uns wichtig, die unterschiedlichen Akteure der einzelnen Wertschöpfungsstufen noch stärker zu vernetzen und zu unterstützen, die vorhandenen Potenziale zu identifizieren und daraus reale Wertschöpfung im Land zu erzeugen.“

 

Weitere Studienergebnisse

Aufschwung der Elektromobilität stärkt Wertschöpfungspotenzial

Der Erfolg der Ladeinfrastruktur-Branche ist direkt davon abhängig, wie viele elektrisch aufladbare Fahrzeuge vorhanden sind. Da der Markt für Elektrofahrzeuge massiv wachsen wird, berechnet die Studie je nach Simulationsszenario für das Jahr 2025 ein Wertschöpfungspotenzial in Baden-Württemberg von 950 Millionen bis 1,65 Milliarden Euro. Bis zum Jahr 2030 gehen die Prognosen von einem Wertschöpfungspotenzial von 1,8 bis 4,1 Milliarden Euro aus.

Stromverkauf und Export als Wertschöpfungstreiber

Langfristig prognostizieren die Studienergebnisse bis 2030 das höchste Wertschöpfungspotenzial beim Stromverkauf. Wertschöpfung kann auch durch den Export von Waren und Dienstleistungen generiert werden. Hohe Anteile lassen sich insbesondere in den Bereichen Hardwareverkauf, IT-Backend-Service und Mobility Service Provider (MSP)-Dienstleistungen erzielen. Erwartete Absatzmärkte liegen hauptsächlich in Europa. Bis 2030 kann ein Exportanteil Baden-Württembergs von 7 bis 8 Prozent am europäischen Lademarkt erreicht werden.

Beschäftigungsgewinne in Baden-Württemberg

Der Markt für Ladeinfrastruktur wirkt sich auch auf die Beschäftigtenzahlen in Baden-Württemberg aus. Es wird geschätzt, dass die Branche aktuell ca. 1.500 Mitarbeitende beschäftigt. Die Studie zeigt, dass selbst bei konservativen Entwicklungsprognosen große Gewinne in der Beschäftigungsstruktur im Land bis 2030 möglich sind – zwischen 4.800 und 10.200 Mitarbeitende sind erwartbar.

Next steps für Baden-Württemberg

Der wachsende Gesamtmarkt für Elektrofahrzeuge ist jedoch kein Garant für einen anhaltenden wirtschaftlichen Erfolg der Ladeinfrastruktur-Branche. Bisher sind die für die Ladeinfrastruktur notwendigen Wertschöpfungsstufen nicht vollständig von der baden-württembergischen Unternehmenslandschaft abgedeckt. Es existieren nur wenige Spezialisten insbesondere im KMU-Segment sowie Unsicherheiten bei der Standardisierung. Dennoch attestiert die Studie Baden-Württemberg eine hohe Forschungs-, Innovations- und Wirtschaftskraft und betont die Notwendigkeit, diese mithilfe von Austausch- und Vernetzungsplattformen seitens der Politik zu fördern.

 

Veranstaltungsreihe „e-mobil BW connects“

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe diskutiert e-mobil BW in regelmäßigen Abständen aktuelle Themen des Mobilitätwandels mit Expert:innen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. Am 11. Oktober 2021 wird die Studie „Wirtschaftsfaktor Ladeinfrastruktur – Potenziale für Wertschöpfung in Baden-Württemberg“ einem Fachpublikum vorgestellt. Die Studienautor:innen der P3 automotive GmbH präsentieren die Kernergebnisse und begleiten den anschließenden offenen Austausch.