Digitalisierung und Künstliche Intelligenz spielen eine Schlüsselrolle für zukünftige Mobilitätskonzepte. Sie werden das Mobilitätssystem grundlegend verändern und können Verbraucher und Verbraucherinnen, Umwelt, Infrastruktur und Ressourcen entlasten. Sie sollen Mobilität sicherer, effizienter, nachhaltiger und komfortabler machen. Die e-mobil BW begleitet zahlreiche Projekte und Initiativen zum Thema Digitalisierung und Software.

Die Digitalisierung der Mobilität ist sowohl Chance, als auch Herausforderung für Wirtschaft und Gesellschaft - und entscheidend für den Mobilitätswandel. Enabling-Technologien wie Konnektivität, Big Data und künstliche Intelligenz ermöglichen intelligente Vernetzung, automatisiertes Fahren sowie Echtzeit-Verkehrsplanung und bedarfsgerechte Mobilitätslösungen. Daraus resultieren neue Geschäftsmodelle wie Ride Sharing, Car Sharing und On-Demand-Angebote, die die Mobilität individueller, vernetzter und effizienter gestalten.
Ein wachsender Teil der automobilen Wertschöpfung entsteht künftig durch innovative IT-Lösungen. Schlüsseltechnologien wie 2D- und 3D-Sensorik, Kameras, Aktorik sowie intelligente Soft- und Hardware ermöglichen Fahrzeugen, mit ihrer Umwelt zu kommunizieren, Situationen zu erfassen und entsprechend zu reagieren – ein zentraler Baustein für die Mobilität der Zukunft.
Der Strategiedialog Automobilwirtschaft Baden-Württemberg (SDA) macht das Thema Daten zu einem zentralen Handlungsfeld, um den Standort als Vorreiter datenbasierter Mobilitätslösungen zu stärken. Auch die Digitalisierungsstrategie digital.LÄND setzt auf eine umwelt- und ressourcenschonende Mobilität mit spürbarem Mehrwert für Bürgerinnen und Bürger.
Die e-mobil BW fördert mit ihren Cluster- und Netzwerkaktivitäten die Initiierung zahlreicher Forschungs- und Anwendungsprojekte zur Weiterentwicklung dieser Schlüsseltechnologien. Damit trägt die Landesagentur zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und Attraktivität des Standorts Baden-Württemberg bei.
Im Netzwerk Intelligent Move werden Potenziale und Herausforderungen der digitalen Mobilität gemeinsam mit Forschung und Industrie aus Baden-Württemberg diskutiert und weiterentwickelt. Der Arbeitskreis „Vernetzte Testfelder“ fördert den Austausch zwischen autonomen Fahrprojekten. So werden Forschung und Entwicklung praxisnah vorangetrieben und innovative Anwendungsfälle erprobt.
Die AnlaufstelleAutomotive Software Collaboration BW – The FOSS-LÄND Community unterstützt Unternehmen bei der Beteiligung an Open-Source-Softwareprojekten und fördert die Vernetzung im Automobilbereich.
Automatisiertes und vernetztes Fahren ist ein bedeutendes Wachstumsfeld in der Mobilitätsindustrie, das zahlreiche technologische Komponenten wie Sensoren, Kameras, Auswertungssoftware und elektrische Lenkungen umfasst. In Baden-Württemberg treiben viele Akteure aus Wissenschaft und Wirtschaft diese Entwicklung voran. Die branchenübergreifende Zusammenarbeit und der Austausch im Innovationsprozess sind entscheidend, um neue Mobilitätslösungen erfolgreich zu gestalten.
Der Übergang vom hardwarebasierten Fahrzeug zum "Software Defined Vehicle" (SDV) stellt einen bedeutenden Wandel in der Automobilindustrie dar. Traditionell basierten Fahrzeuge auf mechanischen und elektrischen Komponenten, wobei neue Funktionen häufig physische Änderungen erforderten. Mit der zunehmenden Digitalisierung gewinnen jedoch Softwarekomponenten immer mehr an Bedeutung und spielen eine zentrale Rolle bei der Steuerung und Funktionalität eines Fahrzeugs. Moderne Fahrzeuge integrieren immer mehr datenbasierte Funktionen und intelligente Systeme, wie z. B. fortschrittliche Fahrerassistenzsysteme (Advanced Driver Assistance Systems, ADAS), Infotainment, Echtzeitdiagnose, die alle durch Software ermöglicht werden.
SDVs bieten Flexibilität und Anpassungsfähigkeit, da Software-Updates neue Funktionen hinzufügen oder bestehende Funktionen optimieren können, ohne dass physische Änderungen am Fahrzeug erforderlich sind. Dadurch können Hersteller schneller auf Marktanforderungen und technologische Fortschritte reagieren, was die Effizienz und Sicherheit von Fahrzeugen verbessert.
Das Projekt Software-defined Car (SofDCar) wurde dazu von e-mobil BW unterstützt, Ziel war eine prototypische Umsetzung einer Architektur zum kontinuierlichen Datenaustausch zwischen Fahrzeug und Backend für die Entwicklung und Übertragung von Fahrzeugfunktionalitäten über den gesamten Lebenszyklus.
Fahrerassistenzsysteme sind in aller Munde und Studien zeigen, dass das Vertrauen in ihre Leistungsfähigkeit sehr hoch ist. Dennoch wird ihre Funktionsweise oftmals falsch eingeschätzt . Der e-mobil BW Stream zeigt: Die Assistenzsysteme erhöhen die Verkehrssicherheit, wenn Fahrer:innen sich vorab über die vorhandenen Systeme informieren.
Die immense Menge an Mobilitätsdaten zu beherrschen und zu verarbeiten, birgt großes Potenzial, bringt aber auch Risikofaktoren mit sich. Big Data wird nicht nur zum Big Business, sondern auch zur Gestaltungsaufgabe für die Politik und zur Herausforderung für die Gesellschaft. Die Umsetzung der Hoch- und Vollautomatisierung wirft neben den technologischen Fragen zahlreiche Begleitfragen in den Bereichen Recht, Ethik, IT-Sicherheit und Datenschutz auf. Alle Fragestellungen müssen parallel bearbeitet werden, um nachhaltige Mobilitätslösungen zu ermöglichen.
Das Förderprogramm „Smart Mobility“ (2018 - 2022) förderte transdisziplinäre Forschungsprojekte zu autonomem Fahren, intelligenter Infrastruktur und zukunftsfähiger Mobilität in Baden-Württemberg. Das Land Baden-Württemberg setzte so wichtige Impulse für zukünftige Mobilität und das Forschungs- und Innovationsumfeld. Die Forschungskonsortien untersuchten u.a. wie Kameras und Sensoren eines autonomen Fahrzeugs erkennen, ob ein:e Fußgänger:in die Straße überqueren will oder welche Maßnahmen Kommunen ergreifen müssen, damit der steigende Verkehr autonomer Fahrzeuge intelligent gestaltet werden kann. Im Rahmen der fünf transdisziplinären Forschungsvorhaben erhielten die Projekte die Möglichkeit, ihre Algorithmen, Hypothesen und Modelle empirisch zu überprüfen und sich mit den dafür notwendigen Technologien zu befassen. Die Projekte nutzen für ihre Forschungen bis Ende 2021 das Testfeld Autonomes Fahren Baden-Württemberg (TAF BW) mit Teststrecken für autonom fahrende Fahrzeuge in Karlsruhe, Bruchsal und Heilbronn. Hier konnten im realen Verkehrsbetrieb unterschiedliche Technologien und Dienstleistungen für Anwendungen im Bereich Autonomes Fahren erprobt werden.
Digitalisierung und Künstliche Intelligenz sind zentrale Bausteine neuer Mobilitätskonzepte. Mobilitätsdaten bieten dabei wertvolle Einblicke und ermöglichen digitale Services im Alltag. Ein Video der Reihe e-mobil BW Stream zeigt, wie solche Daten entstehen, genutzt werden und zum Klimaschutz beitragen können.
